PFARREI KERSBACH

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Die Barockkirche  der Pfarrei Kreuzauffindung zu Kersbach

 Patrozinium: Kreuzauffindung (3.Mai)
 Kirchweihfest: Am Sonntag nach Jacobi (25.Juli; früher: am Sonntag nach St. Margareten, 20.Juli)


Das jetzige Gotteshaus ist das dritte oder vierte an seinem Platz. In der langen Amtszeit von Papst Klemens XI. (1700-21) wurde die Hl.-Kreuz-Kapelle zu Kersbach das Ziel von Wallfahrten an den Festen der hl. Helena (18. August) und Kreuzauffindung (3. Mai). Der Papst gewährte den Pilgern mit zwei Briefen aus den Jahren 1709 und 1716 unter der Bedingung einer reumütigen Beichte und des Empfanges der hl. Kommunion einen Ablaß und ermahnte sie, für die Eintracht der christlichen Fürsten untereinander, für die Erhaltung des wahren Glaubens und für die Stärkung der Kirche zu beten.
 Bald wurde die Kirche zu klein und auch ruinös. Der bayerische Kurfürst Karl Albert befreite die Kersbacher vom Dienst am Rothenberger Festungsbau, bzw. von Arbeiten für die Garnisonkirche und gestattete ihnen weiterhin die eigene Verwaltung ihres Kirchenvermögens. Pfarrer Knauer von Neunkirchen am Sand sowie die Kersbacher Kirchenpfleger Hans Haberdasch und Georg Bauer erhielten im Jahre 1740 die Genehmigung für den Bau einer größeren Kirche. Der Baumeister Wenzel Schwesinger vereinfachte die zu teuren Pläne aus den Werkstätten von Justus Heinrich Dientzenhofer und Michael Küchel. Die beiden Untergeschosse des Turmes waren schon 1709 entstanden. Die Bauzeit des neuen Gotteshauses betrug knapp drei Jahre.

 Aus den benachbarten Steinbrüchen schaffte man 4618 Quadersteine herbei. Wegen Teuerung und Futtermangels waren für den Transport eines einzigen Quadersteines drei Kreuzer Fuhrlohn an den Bauern zu entrichten, der mit seinem Fuhrwerk bei den Bauarbeiten half. Viele Schnaittacher Handwerksmeister arbeiteten am Neubau mit.                                                                               Der Amberger Meister Philipp Jakob Schmutzer stukkierte die Gewölbe, wobei die großen Spiegel und die Kartuschen in den Stichkappen freiblieben. Der Schnaittacher Meister Melchior Doser leistete die Schreinerarbeiten an den Altären, die Faßmalerei besorgte Andreas Karl Brückner aus Ebermannstadt, als Meister der Schnitzarbeiten gelten Georg Reuß, Bamberg, oder A. Lambeck, Schlicht.                


Das Hochaltarbild mit der Darstellung der Kreuzauffindung durch die hl. Kaiserin Helena trägt die Signatur: G. M. Pesel, Ambergae 1742.

Zu beiden Seiten befinden sich große figürliche Darstellungen der beiden hll. Jungfrauen Katharina v. Alexandrien und Margareta von Antiochien. Eine entsprechende Anordnung wiesen auch die beiden früheren Kersbacher Kapellen auf. Das Altarbild (gefertigt 1655) der frühbarocken Kersbacher Kapelle aus dem Jahr 1645 befindet sich jetzt in der Kalvarienbergkapelle in Kirchröttenbach

 Die beiden Nebenaltäre im Rokoko-Stil gehen auf eine Stiftung der kinderlosen Bäuerin Katharina Schlenk, genannt "Madlbäuerin", von 1763 zurück. Sie vollendete ihr irdisches Leben, noch bevor die Altäre 1764 aufgestellt wurden. Der Josefsaltar zeigt zu beiden Seiten Skulpturen der hll. Sebastian und Wendelin, der Marienaltar entsprechend den hll. Johannes Bapt. und Johannes Ev. Die Kanzel wurde wohl 1761 in Bamberg gefertigt und ein Jahr später von Andreas Karl Brückner kostbar gefaßt. Sie zeigt an den Ecken drei Engel mit den Symbolen für die Kardinaltugenden: Glaube (Kreuz), Hoffnung (Anker) und Liebe (Flammenherz). Am 26. September 1742 konnte der erste Gottesdienst in der neuen Kirche gefeiert werden. Mit bischöflicher Erlaubnis weihte Dekan Johann Andreas Fleischmann, Pfarrer zu Bühl, vorläufig die Kirche.

Als die Gemeinde zu Kersbach Anfang 1784 erfuhr, daß der Fürstbischof von Bamberg und Würzburg, Franz Ludwig von Erthal, die Pfarrei Schnaittach zu visitieren und auch die Rothenbergpfarrei zu besuchen gedenke, bat sie durch Dekan Bihn in Neunkirchen um die offizielle Altarweihe. Zu dieser Zeit lebten auf dem Rothenberg eine Reihe von sogenannten Ex-jesuiten, die nach der vorübergehenden Aufhebung ihres Ordens dort ihre priesterlichen Dienste versahen. Damals gab es in Kersbach täglich einen Gottesdienst. Einer dieser Exjesuiten war der Pfarrer Anton Trötscher. Am 9. Mai 1784 kam es zur feierlichen Weihe, wobei die Reliquien der heiligen Märtyrer Coronatus, Bonus und Prospera in den Altartisch des Hochaltares gesenkt wurden. Der Fürstbischof war mit dem Seminarregens und seinem Hofkaplan gekommen. Außerdem hatte der Neunkirchener Dekan noch eingeladen: Benediktiner aus Weißenohe, Franziskaner aus Gößweinstein, die Pfarrer von Lichtenfels, Kirchröttenbach, Schnaittach, Stöckach, Königstein sowie die beiden Geistlichen vom Rothenberg, unter ihnen eben auch Anton Trötscher. Jeder dieser geistlichen Herren versah im Gottesdienst einen Dienst, über den er anschließend urkundete. Dekan Bihn aus Neunkirchen a.S. war wegen Krankheit entschuldigt.

 Die Kersbacher konnten sich ihres schönen Gotteshauses kaum mehr als zwanzig Jahre in Ruhe erfreuen. Im Zuge der Überführung geistlichen Eigentums in weltlichen Besitz, unter dem bayerischen Minister Montgelas, wurde die Kirche zur "Feldkapelle" erklärt, sollte abgerissen und mit ihrem Vermögen für den Bau eines Armenhauses in Schnaittach verwendet werden. Pfarrer Burger von Neunkirchen sowie die Vertreter der Gemeinde Kersbach, Leonhard Kalb, Ulrich Pezold und Konrad Goller, erreichten mit einem Bittgesuch des Jahres 1806, daß die Kirchen erhalten blieb.



Gnadenbild d. Muttergottes vom Rothenberg

Im Jahr 1885 ersetzte die Gemeinde Kersbach die kleine, gebraucht gekaufte Orgel aus Ottensoos durch eine neue Kegelladenorgel der Firma Steinmeyer, Öttingen, ein Instrument mit neun klingenden Registern. Hundert Jahre später baute Volkmar Krätzer, Nürnberg, ein zweites Manual als Schleiflade mit weiteren sechs Registern ein. Im gleichen Jahr 1985 gelangte die umfassende Grundsanierung und Restaurierung der Kirche zum Abschluß. Dazu stiftete der damalige Pfarrer, Geistlicher Rat Georg Drummer, aus eigenen Mitteln die Ölbilder im Deckengewölbe und die Grisaillen in den Stichkappen. Sie sind ein Werk des Nürnberger Kunstmalers Georg Kuboth. In den Jahren 1838/39 wurde die Festung Rothenberg aufgelassen. Der Rothenberger Pfarrverweser, Daniel Mertel, und der Kersbacher Gemeindevorsteher, Michael Haberdasch, beantragten in Bamberg die Bildung einer eigenen Pfarrei mit den Orten Kersbach, Weißenbach, Siegersdorf, Rabenshof sowie Enzenreuth und dem Hinterhof aus dem ehemaligen Vermögen der Festungspfarrei. Im neuen Pfarrsprengel von Kersbach sollte außerdem eine Schul- und Mesnerstelle entstehen. 1841 genehmigte der Freiherr von Lerchenfeld diesen Antrag, und so amtierten ab 1849/50 Pfarrer und Lehrer in Kersbach. Das Gnadenbild der Muttergottes vom Rothenberg, einst Ziel großer Wallfahrten, fand nun in Kersbach eine neue Heimat.

Dem ersten Pfarrer, Adam Liebert, folgten in Kersbach bisher folgende Pfarrer: 1.)Liebert, Adam 1842 – 49; 2.) Brückner, Georg Franz 1859 – 60; 3.) Scharold, Georg: 1860 – 76; 4.) Hugel, Kaspar: 1876 – 79; 5.) Ernst, Johann , Dr. : 1879 – 92; 6.) Güttler, Georg: 1892 – 98; 7.) Schubert, Albin: 1898 – 1906; 8.) Riffel, Rudolf Georg: 1906 ab Febr.; 9.) Finzel, Gallus: 1906 ab Juli; 10.) Mayer,

Pankraz: 1906 – 24; 11.) Heinlein, Georg: 1924 – 47; 12.) Bauer, Georg: 1947 – 54; 13.)Drummer, Georg: 1954 – 92; nach ihm als Pfarradministrator der Stud. Dir. i. R. Kurt Völkl: 1992 - 2002; seither blieb das Pfarrhaus unbewohnt. Pfarrer i. R. Johannes Wagenknecht, mit Wohnsitz in Simmelsdorf, betreute die Pfarrei mit drei wöchentlichen Gottesdiensten bis Juli 2006, neben der Pfarradministratur von Pfarrer Tomislav Antekolovic in Neunkirchen a.S. Seit September 2006 gehört die kleine Pfarrei Kersbach zum Seelsorgebereich der Pfarreien St. Otto in Lauf, Mariae Himmelfahrt in Neunkirchen a. Sand und Kreuzauffindung in Kersbach. In der Übergangszeit hielten mehrere Geistliche aus dem Raum Nürnberg - Erlangen vertretungsweise in Kersbach Gottesdienste. Seit 1. September 2006 hält Pfarrer Antekolovic in Kersbach einen Sonntagsgottesdienst und Kaplan Thomas Hauth aus der Pfarrei St. Otto an jedem Dienstag eine Abendmesse und auch Andachten.Von 2008 bis 2015 leitete Pfarrer Jürgen Dellermann die Pfarreien Neunkirchen und Kersbach, und seit September 2015 steht Pfarrer Josef Renner den beiden Pfarreien vor.

Zur Geschichte von Kersbach am Rothenberg

Der Ort Kersbach wird nach neuem Kenntnisstand im „Lehnbuch der Schenken von Reicheneck von 1331“ erstmals urkundlich erwähnt, eine Hl.-Kreuz-Kapelle, mit einem kleinen Kirchengut, zum Jahr 1363.

Christliches Leben begann hier jedoch schon bald nach der Stiftung des Benediktinerinnenklosters Bergen bei Neuburg an der Donau durch die sel. Herzoginwitwe Biltrude im Jahr 976. Erstes Patrozinium des Klosters waren Maria und Johannes Ev., später übernahm die Abtei das Patrozinium Heilig Kreuz. Die Stifterin soll im Besitz einer Heilig-Kreuz-Reliquie (s. Bild rechts) gewesen sein. Das Kersbachtal gehörte zum eichstättischen Klosterbesitz, der sich in Streulage rund um Hersbruck, bis weit über Hohenstein und Rothenberg hinaus erstreckte. Neunkirchen entstand vor 1007 als Missionspfarrei.       
 
Nach der Gründung des Bistums Bamberg im Jahr 1007 mit Gebietsteilen des Bistums Eichstätt auf dem nördlichen Pegnitzufer scheiterten Versuche einer Verlegung der Abtei aus dem eichstättischen Bergen in das bambergische Hersbruck. Im Jahr 1156 kam es zu einem Schiedsspruch, wonach für den Klosterbesitz die Diözesen Eichstätt und Bamberg gemeinsam zuständig waren.  
Daher betreuten bis 1536 wiederholt Eichstätter Domherren in ihrer Eigenschaft als Oberpfarrer die seelsorglichen Anliegen in Kersbach und Neunkirchen am Sand, zuletzt Martin Gotzmann von der Büg, ein Bruder des Burggrafen auf dem Rothenberg, Albrecht von der Büg.  Kersbach war Filiale von Neunkirchen und entrichtete dorthin den Zehenten.


 Rabenshof, schon 1275 urkundlich erwähnt, gehörte im Mittelalter unmittelbar zur Abtei Bergen. Siegersdorf leistete bereits im gleichen Jahr seine Abgaben an den klösterlichen Oberverwalter

Darstellung des Kreuzreliquiars; darunter  Kopf der Stifterin mit Halskette und in der Gloriole.

auf dem Hohenstein. Die Eigentumsrechte an dieser Burg und am Markt Hersbruck wurden im Jahr 1359 von Kaiser Karl IV. dem Kloster Bergen abgekauft. Teile des ehemaligen Landbesitzes blieben der Abtei noch bis 1504, 1529, bzw. bis 1556 erhalten. In Kersbach lebten im Spätmittelalter die Herren von Sittenbeck (auch Sickenbeck) mit ihren Familien, klösterliche Niedervögte, die im Ort ein Wasserschloß bewohnten. Nach ihrem Aussterben fiel ihr Besitz an das Haus Wittelsbach heim, dem seit dem Hochmittelalter die Hauptvogtei mit dem Hohenstein zustand. Kaiser Karl IV. stiftete 1366/68 mit Siegersdorfer Abgaben zwei Frühmessen auf dem von ihm gekauften Rothenberg. Dort gab es seit etwa 1330 eine Marienkapelle. Der Kaiser begründete zusätzlich für Soldaten und Bedienstete seiner militärischen Zentrale auf der Bergeshöhe die Pfarrei St. Wenzel.

Die Kersbacher Burghutbauern


Kaiser Karl IV. schuf zur Landesverteidigung die Burghut auf dem Rothenberg. Diese Einrichtung finanzierte er in nächster Nähe mit den Leistungen von Bauern in Kersbach und Weißenbach. Die spätere Ganerbschaft der Herrschaft Rothenberg lehnte die Pflicht zur Burghut ab. Die Belehnung mit der Burghut blieb dem einzelnen Ritter überlassen, wenn er das Vertrauen des Landesfürsten genoß. Die Burghutbauern bestritten nicht den Lebensunterhalt der Ritter, die mit einer Burghut belehnt waren, sondern leisteten ihnen Mannschaftsdienste für die Landesverteidigung und lieferten dafür, zusätzlich zum Neunkirchener Zehenten, Geld- und Naturalsteuern ab. Die Wittelsbacher behielten mit dieser Einrichtung in Kersbach ein "Standbein" in den widerstrebenden Herrschaftsansprüchen der Stadt Nürnberg, der Ganerben auf dem Rothenberg und auch der Markgrafen. So kam es, daß nach Wegfall der Burghut die Kersbacher Bauern von den Wittelsbachern schließlich wie kurbayerische Hofmarkshintersassen behandelt wurden, denen die fürstliche Gunst sicher blieb, selbst unabhängig vom wechselnden religiösen Bekenntnis der wittelsbachischen Pfalzgrafen. Die Reformation berührte Kersbach kaum. Nach den Brandschatzungen und Zerstörungen in den Jahren 1449 und 1635 sorgten die Kersbacher dafür, daß jede Woche wieder Gottesdienste in ihrer Kirche gefeiert wurden.


Die Kapelle zu Siegersdorf (Foto: Gg. Vogel)                                             

Mit der Gemeindereform von 1972 fanden Kersbach und Weißenbach (bisher Gemeinde Kersbach) Anschluß an die Gemeinde Neunkirchen a.S., während die anderen Ortschaften der Pfarrei Kersbach, nämlich Siegersdorf, Rabenshof, Enzenreuth und die Einöde Hinterhof (bisher Gemeinde Siegersdorf),  zur Marktgemeinde Schnaittach kamen.

Erwähnt werden muss noch, dass nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1956,  in Siegersdorf eine kleine Kapelle gebaut wurde, als Dank für glückliche Heimkehr. In dieser, bzw. vor ihr werden mehrmals im Jahr katholische Gottesdienste der Pfarrei Kersbach gefeiert.

Weiteres zur Geschichte von Siegersdorf hier .

Dr. Margarete Adamski, Kersbach.

Lit.: Adamski, Margarete: Kersbach am Rothenberg, in: Altnürnberger Landschaft e.V., Sonderh. 43, 1994/95:, ferner dieselbe in: Neunkirchner Geschichtshefte: Nr. 7, 1996 u. Pegnitz-Zeitung v. 3.11.1994.

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