Noris - Tarrasch Nürnberg - Jugend

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U12 Mannschaft ist bayerischer Vizemeister

 

Am Wochenende fand die Endrunde der Bayer. MMU12 in Kareth-Lappersdorf bei Regensburg, für das sich neben Kareth-Lappersdorf, Gräfeling und Ergolding auch unsere U12 Mannschaft qualifiziert hat, statt. Dank Max Zrenner's Vater, der uns seinen Bus zur Verfügung stellte, konnten wir mit sechs Jugendlichen mitfahren: Daniel Gage, Maximilian Zrenner, Andrej Sabnew, Daniel Zarafat, Solomon Kulok und Leonie Stohl.

Um 8.15h konnten wir losfahren, und nach kleineren gewöhnungsbedürftigen Schwierigkeiten (der Bus hat eine Automatikschaltung), war bis 8.35h der letzte Jugendliche an Bord. Für gute Laune war bereits nach fünf Minuten gesorgt, denn für großes Gelächter sorgten meine Versuche mit dem Automatikgetriebe zurechtzukommen.
Die Fahrt verlief im großen und ganzen ereignislos, wobei dass das Navigationssystem dafür sorgte, dass ich mich nicht verfahren konnte. In Kareth schaffte ich es dann doch noch, uns auf einen Feldweg zu manövrieren, nachdem meine Interpretation vom Geradeausfahren eben anders aussah als die des „Navi“ (für weniger technisch Versierte: Navigationssystem).

Für Heiterkeit sorgte das „Navi“ selbst, als es auf dann auf dem Feldweg angab: „Und jetzt rechts abbiegen“. Rechts 3m unter uns war ein wunderschöner Wintergarten, in den wir genau hineingefahren wären. Den Schlusspunkt gab es dann mit der Bemerkung: „Und links haben sie Ihr Ziel vor Augen!“ Wie sahen eine Neubausiedlung im Rohbau, wobei doch das eine oder andere Haus schon bewohnt schien. Immerhin, etwa 300m weiter oben an der Straße, selbstverständlich links, war das Sportzentrum zu sehen und die Lachmuskeln hatten die Angespanntheit der Jugendlichen entkrampft.

Beeindruckend, wie gut es den Ausrichtern gelungen war, einen würdigen Rahmen für das Finale zu schaffen. Nachdem auch die letzten eingetroffen waren, (Preisfrage: WER war das wohl?) wurde auch sofort nach der Begrüßung die Auslosung vorgenommen, die uns in der ersten Runde den SK Gräfeling bescherte.
Inzwischen waren auch Carlos und Hermann eingetroffen und gegen 10.15 begann die erste Runde.

Es dauerte nicht lange, so waren an unseren Brettern bereits einige Vorentscheidungen gefallen. Daniel an Brett 1 verlor seine Dame recht schnell, doch Solomon brachte uns ganz schnell mit 1-0 in Führung. Daniel Zarafat baute seine Stellung gut aus und stand klar auf Gewinn.

Max erreichte auch eine gute Stellung, ließ aber dann seinen Gegner wieder ins Spiel kommen. Doch dann gelang es ihm, den König mit Schächern über Brett zu jagen, entschied sich aber dann plötzlich, statt Matt auf zu spielen, abzutauschen und danach die Partie in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel zu führen.

Tragisch jedoch die Partie von Daniel Zarafat, der mit einem Turm mehr eine absolut klare Gewinnstellung hatte. In der entscheidenden Phase, saß er am Brett und dachte nach, da fiel seine Zeit. Alle versuchten ihn zu trösten und Max kämpfte bissig weiter, spielte das Endspiel hervorragend, aber sein Gegner hielt stand. Und so ging dieser Kampf völlig unglücklich verloren. Gleichzeitig setzte sich im zweiten Match Ergolding mit 2,5 Brettpunkten  gegen Kareth-Lappersdorf durch.

Vor dem Mittagessen war die Stimmung etwas gedrückt, das änderte sich während dem Essen recht schnell. Grund dafür war die optimistische Haltung von Hermann, Carlos und mir. Vor Beginn der zweiten Runde  konnte man  in den Gesichtern Trotz und Kampfbereitschaft lesen.

Konzentriert begannen unsere Burschen die zweite Runde gegen Ergolding. Diesmal setzte Solomon aus, Andrej spielte an Brett drei und Daniel Zarafat rutschte auf vier. Daniel Gage verlor zwar einen Bauern, aber er erreichte diesmal eine aktive Stellung. Max gewann bereits in der Eröffnung eine Figur. Zwar stand der König in der Mitte, aber sein Gegner hatte eben klaren Entwicklungsnachteil. Daniel Zarafat spielte richtig positionell. Immer wieder drückte er auf das schwache Feld und es war nur eine Frage der Zeit, wann sein Gegner die Figur einstellte.

Andrej war nach einer tollen Partie als erster fertig und schoss uns mit 1-0 in Führung. Max spielte diesmal einfach klasse und recht schnell war dieser Mannschaftskampf mit 3-1 zu unseren Gunsten entschieden. Kareth-Lappersdorf auf der anderen Seite konnte Gräfeling bezwingen, begnügte sich aber in der entscheidenden Partie trotz Mehrbauern mit einem Remis und völlig überraschend gingen wir als Tabellenführer in die dritte Runde. Schon jetzt war der 3-1 Sieg Gold wert. 2-2 gegen Kareth-Lappersdorf würde bereits genügen, um der Mannschaft den zweiten Platz zu sichern, aber unsere Jungs wollten (nicht ganz unberechtigt) mehr.

 

Die Mannschaft spielte diesmal wieder mit der Aufstellung aus der ersten Runde. Zweimal haben wir in der Vergangenheit gegen Kareth-Lapperdorf gespielt, davon einmal gewonnen und den anderen Wettkampf verloren. In jedem dieser Wettkämpfe herrschte Dramatik pur und auch heute war das nicht anders.

Bereits in der Eröffnungsphase verlor Daniel Gage eine Figur. Solomon geriet auf die Verliererstraße, weil seine Dame gefesselt wurde. Die Nerven flatterten jetzt. Auch Max geriet in eine fürchterliche Stellung, nur Daniel Zarafat hielt stand. Zug um Zug verbesserte er seine Stellung, wirklich „erste Sahne“, wie er das bewerkstelligte. Sein außergewöhnliches Positionsgefühl ist bemerkenswert. Mit einem Schlag patzte Solomons Gegnerin, und es sah wieder recht gut aus, doch dann stellte Solomon noch mal  eine Figur ein und diesmal war seine Niederlage nicht aufzuhalten.

Im anderen Wettkampf stand es ausgeglichen und es schien sich hier ein Unentschieden anzubahnen. Zu diesem Zeitpunkt würde das den vierten Platz für uns bedeuten. Max an Brett 2 zeigte sich jetzt sein Kämpferherz und was er im Schach so alles „drauf“ hat. Nachdem er am Königsflügel von seinem Gegner regelrecht eingeschnürt worden war, konnten wir eigentlich nur noch hoffen, dass der andere Wettkampf nicht mit einem Unentschieden endete, denn das würde Platz vier bedeuten. Der Gegner von Max wollte jetzt gewinnen und spielte in dieser Phase viel zu schnell und griff mit seinen h und g Bauern an, aber er übersah dabei, dass Max einfach die Linien zumachen konnte. Der König von Max stand auf dem Feld h8 und, da Türme und Damen noch auf dem Brett standen, drohte immerhin noch ein Grundreihenmatt. Doch Max gelang es die Türme abzutauschen und sein Gegner half ihm noch dabei, in dem er auch noch seine aktive Dame, die immer noch mit dem Grundreihenmatt drohte, in das Abseits stellte. Max spielte jetzt wirklich mit Plan, und auf der anderen Seite verlor sein Gegner völlig den Überblick. Max stellte den Verlauf der Partie auf den Kopf und gewann schließlich überzeugend. Für die Lappersdorfer war das natürlich grausam, denn nachdem der andere Wettkampf mit einem Sieg für Gräfeling, die damit auch Bayrischer Mannschaftsmeister wurden, endete, blieb ihnen „nur“ (aber immerhin wenigstens) der undankbare dritte Platz. Herzlichen Glückwunsch an den SK Gräfeling, der damit Bayrischer Mannschaftsmeister geworden ist.

Unsere Mannschaft hat sich tapfer geschlagen und mit dem zweiten Platz die direkte Qualifikation für die deutsche Mannschaftsmeisterschaft geschafft. Und wenn auch am Schluss recht viel Glück nötig war, verdient war es allemal! Denn nach der unglücklichen Anfangsniederlage haben sie nicht den Kopf verloren, haben gekämpft und wirklich alles gegeben. Max der in jeder Partie vorbildlich wie ein „Löwe“ kämpfte und Daniel Zarafat, der durch seine unglückliche Anfangsniederlage nicht den Kopf verlor, zeigten eine außergewöhnliche Einstellung. Andrej und Solomon haben wieder einmal entscheidendes zum Erfolg beigetragen und sind aus dieser Mannschaft nicht wegzudenken. Nur Daniel Gage steckt im Moment in einer Umbruchsphase. Aber etwas an dieser Mannschaft ist ganz besonders: Jeder einzelne aus der Mannschaft war mindestens zweimal entscheidend am Weiterkommen beteiligt.

Bei der Siegerehrung strahlten ihre Gesichter dann entsprechend und bereits jetzt freuen sich alle auf die Weihnachtsferien. Übrigens, nach dem Überreichen des Pokals verschwanden sie sofort zur Eistruhe, denn schließlich kann man sich ja auch den Pokal anschauen, während man sich gleichzeitig ein Eis raussucht und sich dabei unterhält. Es dauerte dann auch keine drei Minuten, so war ein „Scheppern“ deutlich im Turniersaal zu vernehmen. Der Pokal war im Eifer des Gefechts auf den Boden gefallen und über „Den, der den Pokal fallen ließ“ möchte ich an dieser Stelle schweigen.

Hermann hatte sich entschieden, das Fußballspiel gleich hier anzuschauen, während Carlos hatte sich bereits auf den Rückweg befand. In Regensburg selbst fand das Bürgerfest statt und so fuhr ich mit den Jugendlichen nach der Siegerehrung noch in die Stadtmitte. Natürlich, beim Gang über die Donaubrücke wurde fleißig nach den Enten gespuckt, die sich aber rechtzeitig in Sicherheit gebracht hatten. Ausgelassen und in bester Laune wanderten wir noch ein bisschen durch den Trubel in den Gassen der Stadt. Halt gemacht wurde natürlich bei einem Süßwarenhändler, der regelrecht ausgeplündert wurde.

Aber seinem Gesicht nach, sah es eher so aus, als würde er morgen in den Ruhestand gehen. Die  Riesentüten voller Gummibären und sonstiger Süßigkeiten machten wir uns langsam auf den Heimweg. Erst gegen 20.30h wurde der erste zu Hause abgesetzt.

Ich denke, für alle war es ein Riesenerlebnis, wobei ein großes Kompliment und herzliches Dankeschön an den Ausrichter Kareth-Lappersdorf und die Turnierleitung mit Manfred Schäfer geht. Mit ihrem Engagement haben sie viel dazu beigetragen, dass dieser Tag für alle Jugendlichen zu einem  Riesenerlebnis geworden ist. Natürlich haben auch alle Beteiligte durch ihr faires Verhalten dazu beigetragen.

Natürlich werden wir der Mannschaft von Kareth-Lapperdorf ganz fest die Daumen drücken, denn als Dritter haben sie im Qualifikationsspiel gegen Sachsen noch die Chance den Sprung zur „Deutschen“ zu schaffen.

»Ergebnisse (Ulrich Hiemer)

»weitere Bilder

 

 Dieter Sroka - 26.06.2005


Letzte Änderung:  15-Okt-2005
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