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(1) Nielsen,P (2620) - Karjakin,S (2527) [D20]
Hastings, 2003
Von GM Peter Heine Nielsen (Dänemark) in "SCHACH"
02/03. Mein erstes Turnier spielte ich vor 14 Jahren: das Neujahrsturnier
von Hastings! Hauptsächlich fuhr ich hin, um zuzuschauen, spielte doch
dort unser Nationalheld Bent Larsen. Am besten erinnere ich mich jedoch
an Smyslows positionellen Sieg gegen Chandler. Karjakin dürfte sich
kaum mit solchen nostalgischen Gefühlen herumgeschlagen haben.
1.d4
d5 2.c4
dxc4 3.e4
So habe ich noch nie zuvor gespielt. Ich kann auch nicht erklären,
warum ich, dessen Rechenkraft langsam einrostet, gegen das Taktikmonster
nicht [3.Sf3
Sf6 4.e3
e6 5.Lxc4
c5 6.0-0
a6 7.dxc5
] gewählt habe, aber angesichts eines Sieges in 20 Zügen fällt
mir Selbstkritik hier schwer.
3...c5 4.d5
Sf6 5.Sc3
b5 Das war einige
Zeit die Lieblingsvariante des ukrainischen "Veterans" Ponomarjow.
Er brachte sie jedoch nicht in seinem WM-Match gegen Iwantschuk, bei
dem ihm u.a. Karjakin sekundierte, da sie nach einem Kurzsieg in 13
Zügen von Schirow gegen Motyljow in Verruf gekommen war.
6.Lf4 La6
7.Sf3 Schirows
Neuerung aus o.g. Partie. Weiß entwickelt sich einfach, statt sich sofort
in die Verwicklungen nach [7.e5
b4 zu stürzen]
7...b4 Ich sehe
keine Alternative für Schwarz.
8.Lxb8 bxc3
9.Da4+ Dd7
10.Dxa6 cxb2
11.Tb1 Txb8
12.Lxc4!N [Wir
folgen immer noch der Partie Schirow-Motyljow (Wch-Moskau/25´2001),
in der nun 12.Se5
Db7?? (In
meiner Vorbereitung konnte ich jedoch keinen weißen Vorteil nach 12...Dc7!
finden, und so folgte ich denn schweren Herzens meinem Computer,
der auf dem unverzüglichen Nehmen auf c4 bestand.) 13.Txb2!+-
1-0 "passierte"] Meiner Meinung nach befindet sich
Schwarz bereits in großen Schwierigkeiten. Sein einziger Trumpf ist
der Bb2, doch den wird er nicht lange halten können. Deshalb muss er
auf e4 zugreifen, da er aufgrund seiner schlechten Struktur positionell
klar schlechter steht. Das gestattet dem Weißen jedoch einen starken
Angriff.
12...Tb6 [Die
Hauptvariante meiner Vorbereitung lautete 12...Tb4
13.Se5 Db7
14.Dc6+ Sd7
15.La6 Dxc6
16.dxc6 Sb6
17.c7 e6
18.Sc4 und gewinnt.]
13.Da3 Sxe4
14.Txb2 Tauscht
den schwarzen Turm ab, der einige lebenswichtige Felder verteidigt.
14...Db7 15.Txb6
Dxb6 16.0-0
f6 Verhindert
Se5, aber es kommt nicht überraschend, dass Weiß einen anderen Zugang
zum schwarzen König findet.
17.Da4+ Kd8
18.d6!? Langsamere
Methoden führen bestimmt auch zum Erfolg, aber da ich hoffte, die Sache
vor dem Endspiel beendet zu haben, kam es mir auf einem Bauern mehr
oder weniger nicht an. Wichtiger war es, die Stellung zu öffnen.
18...e5? [18...exd6
schien mir die einzige Chance zu sein. 19.Lf7
greift den Se4 an und droht außerdem den Einfall auf e8. Nach 19...Sc3
20.De8+ Kc7
sollte 21.Le6 durchschlagen
(Fritz´ 21.Lg8!?
ist noch schnittiger.) ]
19.Le6 Db7
20.Da5+ [20.Da5+
Db6 21.Tb1
Dxa5 22.Tb8#
] 1-0
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