Bericht vom Staufer-Open

Nach durchzechter Sylvesternacht trafen wir uns am Bahnhof und fuhren nach Schwäbisch Gmünd. Ed, Flo, Brainy und der Mäuschenschachspieler. Am nächsten Tag sollten noch die Lütze und ... - den Namen habe ich vergessen – dazukommen. In der ersten Runde lief es anfangs super: Ed, Dieter und ich hatten keine Probleme zu gewinnen. Flos Stellung gegen einen starken Gegner sah anfangs sehr gut aus – leider setzte sich im Enspiel die Routine durch. Brainy hatte nach vier Zügen einen Bauern erobert ( 1. Sh3 – e5, 2. g3 – d5, 3. f4 – Lh3:, 4. Lh3: - gf). Aufgrund der nächtlichen Würfelorgie verlor er aber den Überblick und sah zwei verbundene Doppelfreibauern auf sich zukommen. Doch die Glückssträhne hielt und er kam mit einem Remis gegen einen übermächtigen Gegner davon. Und so lief das Turnier dahin. Ed arbeitete sich in den nächsten Runden bis ganz nach oben durch. Im Turniersaal wurde auf 5 Ebenen gespielt. Ihm gelang es aber dank seiner unglaublichen Kampfkraft, das Turnier mit 4 Punkten abzuschließen. Flo erholte sich nach einigen Remisen gegen deutlich Schwächere und wenig Schlaf und erzielte 5 Punkte. Wußtet Ihr schon, dass der Flo schnarcht ? Dieter startete gut mit 2 aus 2, verlor dann aber gegen IM Sarakauskas und verschwand im Mittelfeld. Er erzielte satte 6 Punkte und bekam noch einen Schülerpreis. Nach vier Runden Mäuschenschach und 3,5 Punkten (darunter 1 Betonmischerremis gegen den GM Polen-Paul Jaracz) und stundenlangen Anhörungen von Brainys Schachverständnis wurde ich angriffslustiger. Erstes Opfer war IM Schebler, der beste Deutsche in diesem Turnier. Zum ersten Mal gratulierte Brainy mir zu einem Sieg. Zweites Opfer sollte der GM Kupreichik sein (Originalton Ossi " Der spielt Angriffsschach "). Ich versuchte mit Schwarz mehrere Bauernopfer im Philidor. Er lehnte sie aber ab. So geriet er etwas in Bedrängnis und bot im 19. Zug Remis an, was ich widerwillig akzeptierte – Fritz 7 zeigte am Abend exakt 0.00 an. Drittes und viertes Opfer war dann ich. Die Rache gegen IM Sarakauskas wurde mangels Eröffnungskenntnis abgesagt. Zur Belohnung bekam ich dann IM Meijers. Unser Dimi wäre über mein Opfer Stolz gewesen. Ich bin mir sicher, dass er auch erfolgreich gewesen wäre. Doch leider zog ich mich ins Mäuschenreich zurück und endete letztlich bei 6 Punkten. Aufgrund dieser Punktausbeute sollte der erste Mannschaftspreis sicher sein. Nach 3 Runden lag unser Kosovo-FM bei 2,5 Punkten. Er bekam mit einem 2090 DWZ ler eine leichte Aufgabe. Er hatte ihn auch 80 Züge lang im Griff. 3 Runden später ( 3 aus 6 ) spielte er seine beste Partie gegen einen jugendlichen Draufgänger mit 1650 DWZ. Wäre dieser mit einem Remis zufrieden gewesen, dann hätte er es auch erreicht. So aber kam unser Brainy wie Phoenix aus der Asche noch zu 5,5 Punkten. Und was haben wir daraus gelernt ?

  1. Schach mit über 350 Spielern und der WinSwiss- Auslosung ist ein Glücksspiel. Entweder bekommst Du einen deutlich stärkeren oder einen klar schwächeren Spieler. (ich hatte 5 Gegner mit ELO-Schnitt 2483 und 4 Spieler mit DWZ-Schnitt 1900)
  2. Man sollte nie mit zwei Kleinkindern eine längere Autofahrt machen
  3. Unser Brainy sollte lieber beim Angriffsschach und ich beim Mäuschenschach bleiben
  4. Eine gute und eine schlechte Nachricht für Brainy: Du wirst bestimmt eines der nächsten BSGW-Open mitspielen.
  5. Viele von unserer Witzekommission zensierte Witze und Gedichte

Thomas Martin - 07.01.2004



Letzte Änderung:  08-Jan-2004
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