Ein
weiteres interessantes Gebiet Schachprogramme zu testen ist das Problemschach,
Mattaufgaben oder Studien. Eigentlich werden dadurch mehr die Autoren dieser
Aufgaben getestet, denn ihr werdet des öfteren feststellen, daß das
Programm bei Mattaufgaben z.B. "Matt in 8" ein Matt in 5 oder 6 Zügen
findet!
Je höher die Zugzahl desto eher die Chance, daß das Programm ein
schnelleres Matt findet. Studien werden vom Programm nicht gelöst, weil
"es" oft einen Zug (Verteidigungszug) findet, den der Autor nicht
gesehen hat. Vor allem bei älteren Aufgaben, bevor es die Computer gab,
kommt das natürlich häufiger vor. Die neueren werden natürlich,
oder sollten zumindest, erst vom Computer auf ihre Richtigkeit überprüft.
Ich selbst, ein "Riesenspieler" vor dem Herrn, hatte auch mal solch
ein Erlebnis. In einem Mannschaftskampf "sah" ich in einem Endspiel!!!
ein Matt in 6 Zügen (schon über 10 Jahre her). Zu Hause gab ich meinem
damaligen Brettcomputer Mephisto Almeria besagte Stellung ein. Ich wollte natürlich
wissen, ob der Computer dieses Matt in 6 Zügen auch findet - hat er natürlich
n i c h t!!!
Dieser "Patzer" fand ein Matt in 3 Zügen, statt in 6!! Den Spott
hatte natürlich ich zu tragen. Bin ich jetzt ein "Patzer" weil
ich das Matt in 3 nicht gesehen habe, oder bin ich ein starker Spieler weil
ich das Matt in 6 gesehen habe? Ich neige eher zu letzterem!
Anbei nun wie versprochen, ein paar "Endstellungen"
von mir, gegen verschiedene Programme, auf Turnierstufe gespielt – ohne Tricks
und doppeltem Boden – (ich bin Zeuge). Und nicht erst die 3. oder 4. Partie
sondern gleich in der ersten gegen diese Programme ausgetragenen Partie!
Ich wollte nur mal testen, ob ich – wenn ich nur auf Remis spiele – (was mir
normalerweise überhaupt nicht liegt) gegen diese Programme auf Turnierstufe
bestehen kann.
Wichtig ist im Spiel gegen Computer auf absolute Königsicherheit zu achten. Ferner sobald wie möglich Damentausch anstreben (auf dem Brett natürlich), mindestens einen Turm tauschen und ansonsten einfach ein günstiges Endspiel anstreben: guter Läufer gegen schlechten, bei Bauern-minus ungleichfarbige Läufer herbeiführen, Springer gegen schlechten Läufer u.s.w.
Das sind nämlich alles Dinge die ein Programm nicht "weiß". Die Dinger wissen ja nichts, sie können nur rechnen. Sie "wissen" nicht was ein "guter" oder "schlechter" Läufer ist, daß der Turm hinter die Freibauern gehört.
Das Endspiel ist nach wie vor ihre größte Schwäche. Und "geschlossene"
Stellungen (wenn das meine Frau liest!).
Also wie gesagt ich zeige "nur" Endstellungen.
Wenn ihr die ganzen Partien wollt, was ich verstehen könnte, einfach anfordern
– wie ? Weiß ich doch nicht, ich habe für solchen Unsinn sowieso
keine Zeit, muß mich auf die "Mittelfränkische" vorbereiten.