Stadt Velden an der Pegnitz

378-523 m NN - Stadt seit 1376

Die Stadt Velden mit den Gemeindeteilen Raitenberg, Viehhofen, Pfaffenhofen, Münzinghof, Henneberg, Gerhelm und Immendorf zählt gegenwärtig rund 1900 Einwohner (Ausländeranteil 4,7 Prozent). Bei einer Gemeindefläche von 21,33 qkm beträgt die Bevölkerungsdichte etwa 90 Einwohner/qkm. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt in der waldreichen Mittelgebirgslandschaft des Naturparks Fränkische Schweiz / Veldensteiner Forst, eingebettet im romantischen oberen Pegnitztal im nördlichen Teil des Landkreises Nürnberger Land. Die Weiterentwicklung der Gemeinde als Fremdenverkehrszentrum wird durch Ausweisung von zukunftsorientierten Wohnbaugebieten in naturbelassener Lage nach wie vor gefördert.


Verkehrsanbindung

Staatsstraße 2162 Hohenstadt-Neuhaus und Kreisstraße Velden-Pfaffenhofen" (zur Staatsstraße Höfen-Plech), 8 km zur BAB Nürnberg-Berlin (Anschlußstelle Plech oder Hormersdorf). An der Bahnstrecke Nürnberg-Bayreuth (Haltepunkt Velden für Nahverkehrszüge, Station Neuhaus für Pendolino).


Behörden

Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Velden (mit Gemeinden Hartenstein und Vorra), Verkehrsamt, Postamt, Bundesbahn-Haltepunkt, Evangelisches Pfarramt.


Branchenstruktur

Mittelständische Gewerbebetriebe, Handwerksbetriebe, Dienstleistungsbetriebe, Geldinstitute. Durch Ausweisung von bereits erschlossenen Baugebieten weitere Gewerbeansiedlung möglich und wünschenswert.

Bildungseinrichtungen

Volkshauptschule mit Turnhalle in Velden, Grundschule in Hartenstein und Vorra, Gymnasium und Realschule in Hersbruck (20 km), Volkshochschule, Gemeindebücherei.


Versorgungs- und Hilfsdienste im sozialen Bereich

Zwei Allgemeinärzte, Zahnarzt, Apotheke, ASB-Rettungswache, Diakonie-Station, DLRG-Ortsgruppe, viergruppiger Kindergarten.


Wohn- und Freizeitwert, Fremdenverkehr, Naherholung

Hallenschwimmbad, Wachtberg-Sportanlage mit Fußballspielfeld und Tennisplätzen, Eisstockbahnen, 150 km markierte Wanderwege, ebene Spazierwege und Grünanlagen mit Ruhebänken, Naturlehrpfad, Naturdenkmäler, Möglichkeit zum Fliegenfischen in der Pegnitz, drei Kinderspielplätze.


Baudenkmäler

Evang.-luth. Pfarrkirche (St. Maria), bereits 912 als Eichstätter Eigenkirche erwähnt, einst Missionspfarrei mit Filialen in Neuhaus, Auerbach, Königstein, Hopfenohe, Haag, Gunzendorf, Eschenfelden, Thurndorf, Betzenstein. Ehemaliges Pflegschloß, Stadtbefestigung: Ursprünglich Holzpalisaden, die in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (Hussittenkriege) entstandene Steinumwallung ist nur mehr in Teilen erkennbar, ziemlich unversehrt an der Ostseite. Die Stadt hatte drei Tortürme, das 1871 abgebrannte Richtertor im Norden, das als Brückenkopf dienende Wassertor im Süden und das heute noch erhaltene Mühltor im Westen. Eine Besonderheit ist das renovierte Scheunenviertel im Norden.


Geschichte

Velden (Veldtuna - zu den Feldern, mitten im Waldgebiet) ist als Forsthof inmitten großer Waldgebiete entstanden und der urkundlich am frühesten erwähnte Ort des gesamten östlichen Nümberger Umlandes. Am 1. Mai 889 stellte Kaiser Arnulf von Kärnten zu "Velden am Pegnitzflusse" eine Urkunde aus, wodurch er seinem Vasallen Perchtolf fünf Huben zu Farchhausen und Gotteshausen verlieh. Die Pfarrei Velden geht auf eine Missionskirche der Eichstätter Bischöfe zurück, 912 wird dem Bischof Erchanbald von Eichstätt das Besitzrecht an der wohl erst kurz vorher errichteten Kirche von König Konrad 1. bestätigt. 1009 schenkt König Heinrich 11. den Forsthof Velden dem Bischof von Bamberg. Mit der Zeit kam Velden in den Besitz der Bamberger Hochstiftsvögte. Die Bischöfe von Bamberg errichteten sich in dem ihnen verbliebenen Restbesitz ein "Neues Haus", die Burg Veldenstein. Vorübergehend zählte Velden zu den "neuböhmischen' Besitzungen Kaiser Karls IV., der Velden als Sitz eines Amtes 1376 das Stadtrecht verlieh. Die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Veldener im 15. Jahrhundert begünstigte die Entwicklung eines tüchtigen Handwerks in einer Vielfalt und Spezialisierung, wie man sie sonst nur von großen Städten kannte. Hierbei spielte auch der schon 1358 von Kaiser Karl IV. bestätigte Besitz des besonders ertragreichen Fischwassers der Pegnitz eine Rolle. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erhielt die bis dahin pfälzische Stadt Velden einen neuen Landesherrn, sie wurde dem Territorium der Reichsstadt Nürnberg eingegliedert.


Stand 02/1999 - Verantwortlich für Inhalt: Bürgernetzverein Nürnberger Land