
Die Nürnbergische Universität Altdorf

Es gibt in Deutschland keine Universität aus der Zeit des Barock und der Aufklärung, die so vollständig erhalten ist wie die ehemalige Altdorfer Universität. Dies gilt sowohl für den Gebäudekomplex, für Einrichtungen und Gegenstände, als auch für eine große Zahl von Illustrationen, Büchern und Handschriften. Die Geschichte der Altdorfina beginnt 1575 mit der Einweihung als Schola nobilis des Nürnberger Patriziats; drei Jahre später wird sie zur Akademie und 1623 durch Kaiser Ferdinand II. zur Universität erhoben. Bis zur Mitte des 18. Jahrunderts zählten die Nürnbergische Universität Altdorf und ihre Professoren zu den ersten im Deutschen Reich. Dem wirtschaftlichen Niedergang Nürnbergs folgten im späten 18. Jahrhundert der Bedeutungsverlust der Altdorfer Universität, 1809 ihre Auflösung.

Aus
"Das Merckwürdigste von der Löbl. Nürnbergischen Universität-Stadt Altdorff
1723"
"In den zwey Neben-Gebäuden befinden sich fünf Wohnungen für die ältesten Herren Professores, und zwar in dem zur rechten Hand zwey, sammt des Speisemeisters Wohnung worunter auch das Convictorium. Das zur lincken Hand bewohne drey Herren Professoeres, allwo zugleich das ansehnlichste und grosseste Auditorium anzutreffen. In diesem Gebäude befindet sich auch noch das Mathematische und Anatomische Auditorium. Das Mittel- und Haupt-Gebäude bestehet aus drey Stockwerken und den Arkaden aus acht Bogen, allwo man nahe an dem Thurm zur Bibliothek gelangen kann. Hiernächst befindet sich das kleinere Auditorium. An dieses gränzet das große Auditorium Theologicum, allwo die Disputationes publicae, auch bey solennen Zusammenkünften die Versammlungen pflegen gehalten zu werden, welches mit zwey eisernen Oefen und drey Eingangs-Thüren versehen ist. Durch die zwey obern Stockwerke gehet ein großer gepflasterter Saal und zu beyden Seiten befinden sich 14 Stuben, jede mit einer, einige auch mit zwey Kammern versehen, welche gemeiniglich fürnehme Patricii aus Nürnberg von deren Geschlecht dieselben gestiftet bewohnen. Die bey N. 7 wird zur Convent-Stube gebrauchet. Oben unter dem Dach-Stuhl dieses Gebäudes ist die Wohnung derer zwölfft Knaben oder Stipendiatis, darinnen ein jeder ein besonderes Cabinet, und in einer daran befindlichen Kammer, ein eigenes Bett hat, und noch höher die Uhr, wie auch das Gefängnis böser Zahler, auf dem angebaueten Thurm anzutreffen. Der ordentliche Studenten-Carcer, der Bärn-Kasten genannt, befindet sich unter eben diesem Dach-Stuhl, ganz zu Ende gegen die Abend-Seiten, ist aber ausser den zweyen noch ein Carcer, so man das Hunds-Loch heisset, neben des Speisemeisters Keller vorhanden, worein aber heut zu Tage nur die Famuli, wann sie etwas verbrochen, gesperret werden. Damit aber dem Collegio nichts ermangeln möge, so ist zu alleröberst das Astronomische Observatroium, mit einem starcken eisernen Gitter und einer Stube, auf das kostbarste erst vor wenig Jahren, zu besonderer Zierde des Collegii und grossen Nutzen des Mathematischen Studii erbauet worden."
Nähere Informationen über "Die Nürnbergische Universität Altdorf" vermittelt der gleichnamige reichbebilderte Katalog von Hans Recknagel, der im Buchhandel erhältlich ist.
Wichernhaus Altdorf
Zentrum für Körperbehinderte in den Gebäuden der ehemaligen Universität
Das Wichernhaus Altdorf ist eine Einrichtung für körperbehinderte Kinder, Jugendliche
und Erwachsene. Menschen mit einer Körperbehinderung und deren Familienangehörige wenden
sich an das Wichernhaus, um Hilfe in der Eingliederung, Beschulung und Förderung zu
erbitten. Leiter des Wichernhauses ist Diakon Klaus Troidl.
Folgende Angebote stehen bereit:
Frühförderung
Kinder vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr erhalten ambulante oder mobile Hilfe in
Heilpädagogik. Krankengymnastik. Ergotherapie, Logopädie, Psychologie und medizinischer
Beratung (200 Plätze).
Schulvorbereitende Einrichtung
Kinder von vier bis sieben Jahren erhalten in spielerischer Form Unterstützung und Hilfe,
um in eine öffentliche Schule oder in eine Körperbehindertenschule eingeschult zu
werden. Die Kinder werden ganztags betreut (15 Plätze).
Tagesstätte
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die die Körperbehindertenschule des
Wichernhauses besuchen, erhalten zur Vertiefung des Unterrichtsstoffes Förderung in der
Tagesstätte. Daneben soll Freizeitgestaltung und soziales Lernen eingeübt werden (90
Plätze).
Internat
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die wegen ihrer Behinderung im Wichernhaus leben
und weiterführende Schulen (u.a. das Leibniz-Gymnasium) besuchen, werden in 10
Internatsgruppen betreut und gefördert (96 Plätze). Homepage
der Gruppe Rollipop
Wohnbereich junger Erwachsener
Menschen, die eine spezielle Form einer Werkstätte für Behinderte benötigen und wegen
ihrer körperlichen Behinderung ihren Lebensmittelpunkt im Wichernhaus haben, leben in
zwei Gruppen jeweils in Einzelzimmern. Die erwachsenen Bewohner werden in ihrer Pflege und
in ihrer Selbstständigkeit unterstützt und begleitet (20 Plätze).
Schule für Körperbehinderte
In einer Grund- und Hauptschule werden Kinder und Jugendliche aus der Tagesstätte,
Internat und extern nach entsprechenden Lehrplänen gefördert. Schüler, die wegen ihrer
Behinderung eine Vorbereitung auf das Berufsleben benötigen, können im Rahmen des
Berufsvorbereitungsjahres bis zu zwei Jahren in Verbindung mit dem Internat beschult
werden.
Familienentlastungsdienst
Dieses Angebot richtet sich an Menschen mit einer Körperbehinderung im Landkreis
Nürnberger Land, die wegen ihrer Lebenssituation Unterstützung und Hilfe benötigen.
Diese Menschen werden durch den Familienentlastungsdienst beraten und unterstützt, um in
ihrem bisherigen Lebensumfeld verbleiben zu können. Aufgabe des Wichernhauses ist es,
Menschen Hilfe bei der Eingliederung in unserer Gesellschaft zu gewähren, zu fördern und
unterstützen. Neben dem pädagogischen und heilpädagogischen Angebot wird medizinische
Hilfe (Arzt, Krankenschwestern, Krankengymnastin, Beschäftigungstherapie, Logopädie)
sowie psychologische Hilfe gegeben.